Geboren in der Gletscherwelt des Wallis

Verpackung Seite 3bDie Kräutermischung der Gletscherhexe

Die Gewürzmischung „Gletscherhexe“ besteht zu 100% aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen. Klassische, bekannte Gewürze werden gemischt mit Wildkräutern aus den Bergen, die im Wallis auf einer Höhe ab 1‘800 Metern wachsen und von Hand gepflückt werden. Die genaue Zusammensetzung der Gewürzmischung „Gletscherhexe“ unterliegt der Geheimhaltung und wird hier nicht, auch nicht ansatzweise, veröffentlicht.

Bestellung und Auslieferung ab dem 6.12.2021

Es ist eine eigenartige Geschichte, die von der Gletscherhexe Chloé und dem Einsiedler Aled berichtet. Gehört diese Geschichte vielleicht nur zu den alten Sagen und Märchen? Oder verbirgt sich hier ein guter Teil Wahrheit? Wir wissen es nicht. Was wir jedoch wissen ist, dass mit der Gletscherhexe Chloé eine zauberhafte Kräutermischung in die Berge des Wallis kam, die jetzt auch zu kaufen ist. Natürlich unter dem Zeichen des Bernhardiners, der auch die Gletscherhexe Chloé auf ihren Wanderungen durch die Walliser Bergwelt an der französischen Grenze begleitet. Lesen Sie hier die sagenhafte Geschichte von Aled und der Gletscherhexe Chloé mit dem Bernhardiner Hund.

Hoch oben in der felsigen Bergwelt des Wallis spielen sich eigenartige Geschichten ab, die oftmals in den alten Sagen der Walliser Bergbauern münden. Eine besondere Rolle spielen dabei die vielen Gletscher der Region, die Naturwunder und Kulisse für solche Begebenheiten gleichermassen sind.

Gewaltige Eismassen, tiefe Gletscherspalten, steinige Moränen und die immerwährend plätschernden Gletscherbäche sind die greifbaren Gegebenheiten, die solche Gletscher zum einzigartigen Naturschauspiel machen. Hinter, oder besser unter solchen Eismassen verbergen sich Kräfte, die wir in unserer menschlichen Welt nicht immer als greifbar und wirklich verstehen. Ein Raum für Wunder, Sagen, Märchen und Geschichten aus einer Welt, die uns dennoch nicht so fremd ist.

Im südwestlichen Wallis, ganz nahe der französischen Grenze bietet der Trientgletscher bei Chamonix im Mont-Blanc-Massiv den Ausgangspunkt für einzigartige Erlebnisse. Und genau hier ist auch der Ort, an dem eine der wohl wunderlichsten Personen das Licht der Welt erblickt haben soll.

Die Rede ist von der Gletscherhexe Chloé, die genau hier immer wieder einmal gesichtet worden sein soll. Mit ihrem grossen Bernhardiner, kräftiger Hund. Wo genau und unter welchen Umständen ist bis heute unbekannt. Und so wissen wir nur, dass Chloé soviel bedeutet wie die Grünende und das die Gletscherhexe wohl ab und an von Einheimischen gesichtet wurde. Es soll aber auch Touristen geben, die abseits der geführten Wanderungen über den Trientgletscher die Gletscherhexe Chloé hier gesehen haben sollen. Dafür haben wir aber keine belegten Fakten.

Was noch bekannt geworden ist, ist die Sage, dass Chloé wohl immer und nur mit einem Bernhardiner unterwegs ist. Obwohl der Ursprung des legendären Bernhardiners als eines der Schweizer Wahrzeichen eher am St. Bernhard-Pass zu verorten ist. Und so begeben wir uns auf die Suche nach einem Zeitgenossen, der Chloé tatsächlich schon einmal getroffen hat. Gefunden haben wir einen älteren Herren, der unterhalb des Trientgletschers in einer der typischen Schweizer Berghütten lebt. Auch er gibt an, hier geboren zu sein und sein ganzes Leben schon hier zu leben.

Dabei glauben wir, dass der ältere Herr, er selbst nennt sich Aled, viel älter ist als die 83 Jahre, die er uns angibt. Aled bedeutet soviel wie Nachkomme und spätestens dann, wenn wir seine Geschichte gehört haben, glauben wir sogar, dass er ein Nachkomme der Gletscherhexe Chloé sein dürfte. Hier erzählen wir seine sonderbare Geschichte von der Begegnung mit der Gletscherhexe Chloé.

 

 

AdobeStock 108897786Ein Tag voller Wunder

Aled erzählt

„Ich war noch ein junger Mann, vielleicht so um die Mitte Zwanzig, als ich eine Begegnung hatte, die mich bis heute beeindruckt und mein Leben bestimmt. Schon immer lebe ich in dieser Hütte hier, kann mich aber nicht an Eltern oder Grosseltern erinnern. Genau genommen weiss ich eigentlich gar nichts aus meiner Kindheit. Und so weis sich auch nicht, warum ich hier wohne und wer mir den Namen Aled gegeben hat. Die Leute unten im Dorf erzählen sich so manche Geschichten, die auch davon handeln, dass ich der Nachkomme irgendeiner wundervollen Gestalt sein soll, die hier als die Gletscherhexe Chloé bezeichnet wird. Ich selbst habe bis zu jenem Tag vor langer Zeit von solchen Erzählungen gar nichts gehalten.

Für mich stand lediglich fest, dass ich hier allein in dieser Hütte lebe und mit meinen Ziegen alles habe, was ich zum Leben brauche. Das, was ich mir nicht kaufen kann, bekomme ich von der Natur. Lange Zeit habe ich über meine Eltern nachgedacht und bin mir sicher, dass diese wohl in einem strengen Winter bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen sein müssen. Warum ich mich nicht an sie und an die Zeit mit ihnen erinnern kann, weiss ich nicht. Was ich weiss ist, dass viele der Bergbauern hier in der Region mich meiden, weil sie meinen, ich sei nicht von dieser Welt. Das ist aber Quatsch, weil ich doch da bin. Was braucht es mehr zum Beweis meiner echten Existenz?

Einen etwas anderen Blick auf die Dinge sollte ich jedoch erhalten, als ich eines Tages hoch auf den Gletscher stieg. Eine meiner Ziegen hatte sich wohl verirrt und ich glaubte, sie hier oben finden zu können.

Das Wetter war gut, nur ein leichter Wind strich über die kargen Felsen und die Sonne stand hoch am tiefblauen Himmel. Und so machte ich mich auf den Weg direkt zum Trientgletscher, der mir ein besonderes Geheimnis offenbaren sollte.

Ein Fund tief unter dem Eis

Meinen Weg suchte ich direkt auf dem Gletscher. Vorsichtig stieg ich an den tiefen Gletscherspalten vorbei immer weiter nach oben. Von meiner Ziege war nichts zu sehen. Ab und an hörte ich ein leises Pfeifen, was wohl vom Wind in den engen Gletscherspalten kommen mag. Stundenlang war ich unterwegs, stieg mal auf, mal wieder ab, lief nach links, mal nach rechts, von meiner Ziege war nichts zu sehen oder zu hören.

Ich war schon kurz davor, meine Suche aufzugeben, als ein leises Meckern an mein Ohr drang. Ja, ich kannte dieses Meckern. So konnte nur meine Ziege rufen. Still stand ich mitten auf der eisigen Gletscherzunge und lauschte. Es dauerte eine Weile, bis ich meinte, die Richtung gefunden zu haben, aus der das klagende Meckern kam. Also schlug ich genau diese Richtung ein. Plötzlich gab der Grund unter mir nach. Unter dem Schneebrett, auf dem ich wohl gerade war, gab es wohl eine der gefährlichen Gletscherspalten. Ich hatte das übersehen. Ungebremst stürzte ich in die Tiefe und sah nur noch, wie blassblaue Eismassen an mir vorbeizogen. Dann wurde es dunkel. Und still.

Ich weiss nicht, wie lange ich am Grunde der Gletscherspalte gelegen hatte. Als ich zu mir kam, war es oben wohl immer noch hell, hier unten jedoch gab es nur ein bläuliches diffuses Licht, in dem ich mich nur schwer orientieren konnte. Ein Blick nach oben verriet, dass ich hier wohl nicht wieder hinaufklettern könnte. Dafür war die Spalte zu tief und die Wände zu steil. Ausrüstung hatte ich sowieso nicht mit. Blieb nur zu erkunden, ob es einen anderen Weg aus der Gletscherspalte geben würde.

Also ging ich auf dem Geröll am Grunde der Eisspalte in die eine Richtung, in der sich der Weg jedoch schon nach wenigen Metern verschloss. Blieb mir nur noch die andere Richtung. Erstaunlicherweise öffnete sich mir ein recht langer Weg, der leicht bergab zu führen schien. Je länger ich diesem Weg folgte, desto deutlicher konnte ich so etwas wie das Murmeln eines kleinen Bergbaches vernehmen. Ich wusste, was das bedeutete. Es musste der Gletscherbach sein, der hier irgendwo in der Nähe seinen Weg genommen hatte.

Und tatsächlich, ein paar Minuten später öffnete sich vor mir so etwas wie ein Tunnel, an dessen Grund ein glasklarer Wasserlauf seinen Weg suchte. Instinktiv folgte ich der Fliessrichtung des Wassers, musste doch der Gletscherbach irgendwo einmal ins Freie führen. Rund um mich gab es nur Eis, das Geröll auf dem Boden und den kleinen Bach.

Ich weiss nicht genau, wie lange ich gelaufen war, als ich etwas eigenartiges am Bachlauf fand. Es war ein grüner Strauss frischer Kräuter, so wie diese eigentlich nur weit unterhalb des Gletschers wachsen. Vorsichtig schaute ich mich um, rief zuerst zögerlich dann immer lauter ein „Hallo“ in die enge Tunnelröhre und hoffte auf eine Antwort. Dabei konnte ich gar nicht wissen, wie lange der Kräuterbund schon hier liegen würde. Vielleicht schon Jahre. Möglicherweise hatte die gleichmässige Kälte hier unten dafür gesorgt, dass der Strauss ziemlich frisch geblieben war.

Auf jeden Fall nahm ich den Kräuterstrauss an mich und roch daran. Herrlich würzig und zugleich belebend war das ein Duft, der mir neue Kraft und Hoffnung für den Weg nach draussen schenkte. Aber es sollte noch eine Weile dauern, bis ich tatsächlich wieder Tageslicht sah.

Eine Frau mit Hund

Den Strauss voller wohlriechender Kräuter nahm ich einfach mit und kämpfte mich nun Meter für Meter in Richtung des Gletscherausgangs. Dabei hatte ich immer wieder das Gefühl, irgendwo vor mir würde noch jemand sein, der mich gewissermassen aus der eisigen Höhle führen würde. Sehen oder hören konnte ich allerdings niemanden.

Irgendwann war es dann endlich soweit. In einigen Metern Entfernung wurde es heller und ich konnte sehen, wo der Gletscherbach den Weg ins Freie gefunden hat. Das war auch mein Weg. Kaum war ich der eisigen Tunnelröhre entstiegen, sah ich in der Ferne eine Frau mit einem riesigen Hund. Das musste wohl einer der legendären Bernhardiner sein. Eigenartig kam mir aber die Frau vor, die in langen alten Kleidern gekleidet war und einen Flechtkorb mit sich trug. Es schien so etwas, wie eine tiefe innere Verbindung mit dieser Frau zu geben. Kurz schaute sie sich um und mir wurde gleich warm. Ich rief nach der Frau, die jedoch keinerlei Reaktion zeigte. Auch der Hund lief unbeirrt weiter und schon nach kurzer Strecke waren beide plötzlich verschwunden. Auf meinem Weg weiter hinab ins Tal fand ich noch einen dieser Kräutersträusse, offenbar aber in einer anderen Mischung. Auch diesen nahm ich mit.

Nach gefühlt vielen Stunden der Einsamkeit kam ich dann an meiner Hütte an. Komischerweise war es nicht dunkler geworden und die Sonne stand immer noch hoch am Himmel. Die Ziege, die ich gesucht hatte, stand ganz dicht bei den anderen und begrüsste mich mit ihrem typischen Meckern, das ich aber auch schon oben am Gletscher zu hören gemeint hatte. Möglicherweise hatte mir meine Fantasie einen Streich gespielt.

Interessiert schnupperten die Ziegen an den beiden Kräutersträussen und ich musste schon gut aufpassen, dass die frischen Kräuter nicht einfach gefressen wurden. Vielmehr hängte ich diese in meiner Hütte zum Trocknen auf und konnte mich viele Tage lang am betörenden Duft der Kräuter erfreuen. Als sie getrocknet waren, rebelte ich sie einfach klein und füllte die Mischung in Stoffsäckchen. Wenn es einmal einen besonderen Braten gibt, ist das die beste Gewürzmischung. Und auch in einer Suppe oder einfach mal so auf das Butterbrot gestreut oder zum Fondue schmecken die Kräuter immer verführerisch gut.

Wer war die Frau mit Hund

Wann immer ich in den folgenden Wochen einmal ins Dorf oder zum Gletscher kam, hielt ich Ausschau nach der Frau mit dem grossen Hund. Aber keiner hier kannte die Frau und man hielt mich schnell für einen Spinner, der wohl verwirrt und unterkühlt im Gletscher solche Gestalten gesehen haben muss. Nur ich wusste, dass alles echt gewesen war. Hatte ich doch auch die Kräuter gefunden.

Die waren nach wenigen Monaten aufgebraucht, aber nicht vergessen. In meinen Träumen begegnete mir immer wieder die Frau mit Hund. Und dort, in diesen Träumen, nannte sie sich Chloé und behauptete, eine Gletscherhexe zu sein und mich gut zu kennen.

Gehört hatte ich von solchen Wesen schon, geglaubt habe ich diese Geschichten jedoch nie. Bis zu dieser Zeit, seit der ich nicht mehr so genau weiss, was es mit den legendären Gletscherhexen auf sich hat. Alles was ich weiss ist, dass die gefundenen Kräuter vortrefflich in der Mischung waren. Und übrigens fand ich bei meinen Wegen durch die Welt des Trientgletschers immer wieder einmal solche Sträusse, wer auch immer diese dort verloren oder mit Absicht abgelegt hat.

Möchtest du vielleicht einmal riechen?“

Woran sollte ich riechen? Ach ja, der alte Mann hielt mir einen getrockneten Kräuterstrauss unter die Nase und ich spürte sofort die Energie, die von dieser Kräutermischung ausging.

„Du kannst das auch behalten. Ich finde bestimmt schon bald einen neuen Strauss. Allerdings weiss ich bis heute nicht, wer diese Frau mit dem Hund ist und warum sie mir immer wieder neue Kräuter bringt. Vielleicht ist es tatsächlich die Gletscherhexe Chloé, die mir mit ihrem Bernhardiner immer wieder im Traum begegnet. Und die Leute unten im Dorf meinen, es könnte sogar meine Mutter sein. Denn immerhin bedeutet meine Name „der Nachkomme“ und irgendjemandes Nachkomme müsse ja auch ich sein. Rechne ich jedoch zurück, dann dürfte Chloé mindestens deutlich über hundert Jahre alt sein. Warum sie dann noch so lebendig durch die Gletscherwelt wandert, kann ich mir nicht erklären.

Und so bleibt es wohl dabei, dass die Gletscherhexe Chloé mit ihrem Bernhardiner Hund eine Erfindung meiner Fantasie ist. Die bunt gemischten Kräutersträusse sind jedoch keine Einbildung, wie du jetzt auch selbst weisst.“

Nachdenklich wandere ich nach diesem Gespräch mit Aled hinab ins Tal, immer dem Gletscherbach folgend, der eine so wundersame Geschichte mit sich trägt. Den Weg unter den Gletscher suche ich hingegen nicht. Vielleicht gibt es wirklich echte Wunder, die dort auch verborgen bleiben sollten.

Was wirklich echt ist, ist die Kräutermischung des alten Mannes, die für mich einfach den Namen „Gletscherhexe“ erhalten hat. Und wenn mir diese einzigartige Mischung einmal ausgehen sollte, suche ich nach Aled, der vielleicht wieder frische Kräuter von Chloé und ihrem Bernhardinerhund gefunden hat.

Ihr glaubt mir diese Geschichte nicht? Nun gut, dann ist das wohl so. Aber vielleicht kann ich euch mit einer Kräutermischung der Gletscherhexe Chloé doch davon überzeugen, dass es in unserer Welt immer auch noch Zeichen und Wunder gibt. Egal wie tief sie unter dem Eis der Walliser Gletscherwelt verborgen sind. Und Sagen und Geschichten rund um das heimliche Leben in den Gletschern gibt es ja reichlich. Nun eben auch die der Gletscherhexe Chloé, die mit ihrem Bernhardiner Hund irgendwo am Trientgletscher unterwegs ist. Und das schon seit langer, langer Zeit.

Für alle, die es noch nicht wissen; Chloé bedeutet so viel wie „die Grünende“ und Aled ist „der Nachkomme“. Wenn das nur ein Zufall ist, sollte mich das sehr wundern. Und dich vielleicht auch.

AdobeStock 108897786Die Geschichte der Gletscherhexe Chloé – Ein Nachtrag

Die Legende von der Gletscherhexe Chloé (die Grünende), erzählt von Aled, dem Nachkommen, hat ein grosses Interesse und Echo ausgelöst. Entsprechend haben wir uns noch einmal auf die Suche nach den verbliebenen Spuren gemacht. Dabei haben wir nochmals Interessantes, Spektakuläres und Nachdenkenswertes in Erfahrung gebracht.

Chloé, die Gletscherhexe

Mit einiger Sicherheit gab oder gibt es die Gletscherhexe Chloé am Trientgletscher wirklich. Es gab immer wieder Sichtungen von Bergbauern der Region aber auch von Touristen, die allesamt eine weibliche Erscheinung in Begleitung eines grossen Hundes am Trientgletscher beobachten konnten. Während sich alle Beobachter darüber einig sind, dass es sich um eine Frau handeln müsse, weichen die Beschreibungen zu Alter und Aussehen ab. Die einen meinen, eine junge Frau mit eher rotbraunen langen Haaren unter der Kapuze des weiten Umhangs gesehen zu haben, andere sind fest überzeugt davon, dass Chloé eine sehr alte, gebückt laufende Frau mit grauem schütterem Haar sei. Woher die Sicherheit kommt, dass diese Frau Chloé heisst, bleibt offen. Gesprochen hat mit Chloé noch niemand, zumal sie immer echt schnellaus dem Blickfeld verschwunden war.

Aled, der Erzähler und Nachkomme

Folgt man den Berichten der Bergbauern am Trientgletscher, dann lebte dort tatsächlich ein einsam hausender Ziegenbauer ganz dicht unter der Gletscherzunge. Niemand weiss, wer die Vorfahren von Aled sind. Selbst in den alten Dokumenten der Kirche ist zwar der Name Aled zu finden, nicht aber, wer seine Eltern waren und wann Aled geboren wurde. Ein Sterbeverweis ist ebenfalls nicht zu finden. Dort wo die Namen der Vorfahren stehen müssten, findet sich lediglich ein grünlicher Fleck und der ausgeblichene Grossbuchstabe „C“.  Ob das ein Verweis auf Chloé ist, bleibt genauso offen, wie die Vermutung, dass die Geltscherhexe Chloé der Geist der früh verstorbenen Mutter von Aled sein könnte.

Auf der Suche nach Aled selbst haben wir eine alte Hütte am Trientgletscher gefunden, die darauf schliessen lässt, dass hier tatsächlich jemand über viele Jahre hinweg gelebt haben musste. Aktuelle Spuren eines Bewohners konnten jedoch nicht gefunden werden. Im ausgegrabenen Keller der Hütte wurden Spuren vieler getrockneter Kräuter in unterschiedlichen Mischungen gefunden. Auch rund um die Hütte wuchsen Kräuter, die zwar für das Wallis typisch, aber für den konkreten Platz eher untypisch sind. Wahrscheinlich wurden diese Kräuter über die Samen aus den getrockneten Pflanzen hierher gebracht.

Bei einem zweiten Besuch der Hütte, war diese dem Erdboden gleich gemacht. Lediglich die typischen Kräuter wiesen hier in grosser Zahl darauf hin, dass hier einmal die Hütte des Aled gestanden hat. Erstaunlich schien, dass genau an der Stelle, an der die Hütte gestanden haben muss, ein kleines, wahrscheinlich frisches, Kräutersträusschen gelegen hat. Wer das gebunden und hier abgelegt hat, bleibt unbekannt.

Der grosse Hund

Allen Beschreibungen nach ist der grosse Hund aus der Geschichte ein Schweizer Sennenhund, auch Bernhardiner genannt. Folgt man Aleds Geschichte und verortet die Erlebnisse in die richtige Zeit, dann könnte es sich hier sogar um dden berühmten Bernhardiner Barry handeln. Der Lawinenhund Barry wurde als erster legendärer Rettungshund aus der Zucht vom St. Bernard weltbekannt und soll mindestens 40 Menschen das Leben nach Lawinenabgängen und ähnlichen Unglücken gerettet haben. Liest man die Erzählung von Aled genau, dann könnte es eben dieser Hund gewesen sein, der Aled aus den Tiefen des Gletschers geführt hat. Zumindest passt das auch in die Zeit, in der die Geschichte von Aled wahrscheinlich spielt.

Die Kräutersträusse

Im Wallis wachsen in bevorzugten Lagen schon immer sehr wertvolle Kräuter. Das wussten nicht nur die Kräuterfrauen, die diese Kräuter sammelten und zu kleinen Sträussen gebunden haben. Genutzt wurden diese Kräuter frisch oder auch getrocknet. Während einige Mischungen lediglich als Duftbuketts dienten, haben viele andere Mischungen auch die traditionelle Walliser Küche erreicht. Sogar im Ausland sollen Kräutermischungen aus dem Wallis verwendet worden sein.

Kräuteranbau und Verarbeitung im Wallis

Der Kräuteranbau im Wallis hat eine jahrhundertelange Tradition. Bis heute werden auf vielen Flächen von den Walliser Bauern bestimmte Kräuter angebaut und weiterverarbeitet. Dazu entstanden Betriebe, die sich auf Kräutermischungen spezialisiert haben und die alten Rezepturen der Bergbauern dankbar aufgreifen und verfeinern.

Punktgenau in die Geschichte von Aled passt die Entwicklung von Gewürz- und Kräutermischungen in den 1970er Jahren nahe am St. Bernard. Einiges lässt darauf schliessen, dass diese Mischungen auf der Grundlage der Kräutersträusse der Gletscherhexe Chloé zusammengestellt worden sind. Heute werden noch immer solche Mischungen unter der Marke Grand-St.-Bernard verkauft. Folgt man der Markenentwicklung, dann spielen auch hier die Erfahrungen der Walliser Kräuterbauern eine wesentliche Rolle.

Es scheint hoch wahrscheinlich, dass sich die Gletscherhexe Chloé hier den Bernhardinerhund geholt hat, der möglicherweise Barry oder einer seiner Vor- oder Nachfahren sein könnte. Möglich erscheint auch, dass Chloé mit ihren speziellen Kräutermischungen bezahlt oder eine gewisse Anzahl an Kräutersträussen aus Dankbarkeit für den Hund hiergelassen hat.

In der Nachbetrachtung der Geschichte von Aled ist uns Einiges klarer geworden, Anderes bleibt im Nebelschleier von Sagen, Märchen und Legenden verborgen. Wir werden weiter forschen und von unseren Erkenntnissen berichten.

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