Interview mit der Hexe Gisberta!

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Starten wir aber mit einer Geschichte:

Eine sonderbare Geschichte

Viele kennen sicherlich den Film „Interview mit einem Vampir“ mit Tom Cruise, Brad Pitt und vielen anderen Hollywood-Filmgrössen. Ein zauberhafter Film, der mich nach seinem Erscheinen 1994 schon sehr beeindruckt hat. Natürlich ist das nicht alles Phantasie, zum Teil erfundene Geschichten mit einem leichten Schauderfaktor, aber eben doch nicht nur erfunden. So weitererzählt wie die vielen Märchen und Sagen mit Geistern, Hexen, Teufeln, Gnomen, Werwölfen und vielerlei anderen eigenartigen Wesen. Die gibt es ja nun wirklich nicht alle und wir können getrost unseren geordneten und durchorganisierten Alltag leben. Dachte ich. Bis zu jener Nacht, in der ich nicht nur das Grauen, sondern auch die wunderbare Geschichte der Hexe Gisberta kennenlernen durfte. Aber dazu später.

Was sich im letzten Herbst zugetragen hat, jagt mir noch den einen oder anderen kalten Schauer über den Rücken, erfüllt mich aber auch mit dem Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit mit dem Leben, so wie es ist. Und mein Leben ist seit diesem Tag wahrlich anders geworden. Nicht nur, weil ich jetzt so eine Art Geheimgewürz mein Eigen nennen darf und damit Genusserlebnisse habe, die mir bis dahin verborgen blieben.

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Dunkelheit

Aber beginnen wir von vorn. Vorn ist der Anfang am letzten Oktobertag, bis zu dem ich noch glaubte, es gäbe nur das Hier und Jetzt und keine verborgenen Kräfte, die irgendwie unser Leben beeinflussen könnten. Auch nicht zu Halloween. Ich war auf einer Wanderung im Binntal. Wie immer, wenn ich durch die herrliche Schweizer Bergwelt wandere, bin ich dann nur ich selbst. Keine Karte, kein Kompass und kein Smartphone begleiten mich auf solchen Ausflügen. Ich will immer die Natur ganz und gar so erleben, wie sie gerade ist. So auch an diesem wundervollen Herbsttag, an dem es allerdings erschreckend und unerwartet schnell dunkel werden sollte. Und es wurde richtig dunkel. So dunkel, dass ich schon schnell die Orientierung verlor und nach einigem Herumirren abseits der Wege gar nicht mehr wusste, wo ich war. Und mit jeder Minute wurde in mir die Verzweiflung grösser, ob ich hier jemals wieder herausfinden könnte. Dabei war ich hier doch schon öfter gewesen und sollte doch wenigstens die Binntalhütte oder einen der kleinen Orte wiederfinden können. Aber alles war nur dunkel, endlos dunkel, ja eigentlich schon schwarz.

Langsam setzte Regen ein, ich begann zu frieren und verlor die Hoffnung darauf, noch vor Beginn des neuen Tages einen Weg aus dem Wald herausfinden zu können. Auch wenn ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr geweint hatte, spürte ich doch mit Erstaunen, dass mir eine erste Träne die Wange hinab rann. Und mit jeder gefühlten Minute machte sich tief in meinem Inneren mehr Verzweiflung breit, obwohl ich eigentlich kein ängstlicher Mensch bin.

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Stille

Immer wieder lief ich ein paar Schritte, tastete mich mit ausgestreckten Armen durch die Bäume, rief in die Dunkelheit hinein, blieb stehen und hoffte, dass mir Irgendjemand würde antworten können. Aber alles blieb still. So still, dass es noch unheimlicher wurde. Nicht einmal das Rauschen der Bäume im Wind oder das Tropfen der feinen Regentropfen waren zu höre. Es war still wie in einem Grab und so fühlte ich mich zunehmend auch so, als ob man mich bei lebendigem Leib begraben hätte. Dabei wusste ich nicht einmal, dass ich mich mit jedem weiteren Schritt noch tiefer in den Wald begab, der mir so fremd und bedrohlich erschien. Ganz anders noch als vor ein paar Stunden, als mich noch warmer Sonnenschein umarmte und buntes Herbstlaub die steinigen Wege verzauberte. Jetzt war ich allein, nass, verzweifelt und zunehmend kroch die Angst in mir hoch. Nicht einmal ein paar Sterne waren am schwarzen Nachthimmel zu sehen und es gab nichts, woran ich mich hätte orientieren können.

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Licht

Als ich bereits aufgegeben hatte, nach einem Ausweg zu suchen, erschien mir irgendwo in einer unbestimmten Ferne ein winziges Licht. Konnte das ein Licht aus einem der kleinen Dörfer sein? Oder vielleicht ein Auto auf der Binntalstrasse, die ja soweit gar nicht weg sein konnte? Aber der winzige Schein bewegte sich nicht und wurde für mich so etwas wie ein Fünkchen Hoffnung, das mich hier heraus führen könnte. Aber es sollte alles noch viel schlimmer kommen.

Langsam stolperte ich zaghaft durch die absolute Dunkelheit, immer auf diesen fernen Schein zu, der sich doch stetig wieder von mir zu entfernen schien. Gefühlte Stunden später wurde der Lichtschein dann doch grösser und grösser und irgendwann wurde mir klar, dass dort irgendwo im dichten Wald ein Feuer brannte. Und wo ein solches Feuer ist, sollte doch eigentlich auch ein Mensch in der Nähe sein. Auch wenn ich nicht wusste, was um diese Zeit ein Mensch mitten im Binntal im Wald an einem Feuerchen tun sollte, zog es mich doch weiter in Richtung der Flammen. Meine Gedanken schweiften um Rumpelstilzchen, irgendeinen Wanderer, dem es ebenso erging wie mir oder doch einem verwahrlosten Aussteiger, der hier fern von all den anderen Menschen seine eigene Existenz lebte.

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Hexe

Als ich fast schon auf Rufweite am Feuer war, schwebte vom Himmel etwas herunter, direkt auf das Feuer zu. Bekleidet von einem zerfetzen Umhang, mit einem spitzen Hut auf dem Kopf und unter grässlichem Geschrei schwebte tatsächlich ein Wesen auf einem Besen über dem Feuer, um dann plötzlich zu landen. Rotfeuernde Pünktchen unter dem Hut könnten wohl die Augen sein, die sich jetzt direkt in meine Richtung wandten. Sollte das eine Hexe sein?

Mein Herz schlug bis zum Hals herauf, der Mund war völlig trocken und ich war nicht in der Lage, auch irgendwie nur einen Schritt zu machen, als sich die roten Punkte wieder von mir abwandten. Wie versteinert stand ich halb hinter einem Baum und starrte auf das, was sich da in einiger Entfernung von mir abspielte. Plötzlich war über dem Feuer ein Topf zu sehen, der wie schwerelos über den rauchenden Flammen schwebte. Ab und an züngelten die Flammen bläulich, mal grünlich, dann wieder grellgelb. Und immer wieder tanzte die Hexe wie verrückt um das Feuer mit dem schwebenden Topf.

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Allmählich hatten sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und ich konnte besser sehen, was sich dort am Feuer abspielte. Ein wilder Tanz voller ungelenker Verrenkungen und teuflischer Gebärden, begleitet von einem schrillen Singsang unterbrochen von krächzendem Gelächter bot sich mir als schauriges Spiel dar. Und plötzlich war es still und der Hexe war keine Bewegung mehr anzusehen. Wie gebannt starrten die rotglühenden Augen wieder in meine Richtung. Eine gebogene grosse Hakennase erhob sich leicht und schien Witterung von mir aufzunehmen. Dabei roch es hier doch irgendwie auch nach frischen Kräutern, nach Knoblauch und dezent nach Muskat. Dieser Duft musste wohl aus dem Hexenkessel kommen und hatte eine eigenartige Wirkung auf mich.

Verwandlung

Auch wenn ich so etwas wie eine gespensterhafte Bedrohung spürte, fühlte ich mich dennoch gelöst, friedlich und frei. Auch in dem Moment, als die Hexe begann, sich Schritt für Schritt auf mich zuzubewegen. Immer mit der hässlichen Nase nach oben und den feurigen Blick starr auf mich gerichtet. Als die Hexe die Hälfte der Distanz zwischen uns erreicht hatte, drängte mich irgendetwas in mir dazu, mein unsicheres Versteck aufzugeben. Ich trat einen Schritt beiseite und ging dann direkt auf die Hexe zu. Dabei fühlte ich weder die Bewegung meiner Beine, noch hörte ich das Knacken der trockenen Zweige unter meinen Füssen. Wie ferngesteuert lief ich auf die Hexe zu. Bis auf einen Abstand von knapp zwei Metern. Mittlerweile konnte ich das gruselige Weib vollständig erkennen und sah auch, wie sie mit ausgestreckten spitzen und knochigen Fingern einer Hand meinen Lauf aufzuhalten schien.

Mit krächzender, in meinen Ohren schmerzender Stimme sprach sie: „Du bist ein Menschlein. Ein fettes, saftiges und ängstliche Menschlein. Ich kann dich riechen und ich kann deine Angst fast schon schmecken. Was willst du hier?“

 Ich wusste nicht, ob jetzt der Moment war, wegzulaufen oder mir in die Hosen zu machen. Ich spürte nur, dass ich zu beidem nicht in der Lage war.

 „Entschuldigung, ich wollte nicht stören“, kam es mir mit beinahe versagender Stimme über die Lippen, worauf die Hexe wiederum krächzend und laut kicherte.

 „Die Frage ist, was willst du hier?“, wiederholte das krumme Weib und kam noch einen Schritt näher. Jetzt konnte ich es auch riechen. Der Duft nach den vielen Kräutern und Gewürzen aber auch nach Pilzen und erdigem Waldboden kam von ihr.

 „Eigentlich wollte ich durch das Tal wandern, habe mich aber verirrt. Und nun bin ich hier“, antwortete ich dem Wesen. Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und ergänzte mit festerer Stimme: „Und ich will dir nichts Böses!“

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Einladung

Das war wohl die Wende in unserer unheimlichen Unterhaltung.

 „Nun gut, wenn du mir nichts Böses willst, will ich mich dir zeigen.“ Was für eine grausige Vorstellung. Die Hexe wollte offensichtlich noch dichter zu mir kommen und könnte mich vielleicht sogar einen schrecklichen Tod sterben lassen. Noch bevor ich diesen Gedanken zu Ende denken konnte, geschah etwas wundersames. Aus dem Nichts heraus erschien um die Hexe ein grünlich leuchtender Schleier, der ihr scheussliches Aussehen vollends verbarg. Und schon im nächsten Augenblick lichtete sich dieser Schleier und zeigte mit eine vollkommen andere Gestalt. Ich musste wohl verhext worden sein. Vor mir stand plötzlich eine eher junge Frau mit wallendem rötlich-braunem Lockenhaar, bekleidet mit einem blutroten langen Kleid, aber immer noch mit diesem Hut auf dem Kopf. Grüne Augen blickten mir aus einem freundlichen Gesicht entgegen und eine süsse Stimme forderte mich auf, mit ihr ans Feuer zu kommen. Wie verzaubert folgte ich der Frau ans Feuer, über dem immer noch der Kessel schwebte. Ein krummer Reisigbesen lag neben dem Feuer.

 

Gisberta Blair 2020 im Binntal

Mit freundlicher Geste forderte die wandlungsfähige Hexe mich auf, Platz zu nehmen. „Dein Wort darauf, dass du mir nichts Böses willst“, war das nächste was ich von der Hexe hörte. Nach einigen Fragen nach dem Woher und Wohin schien die Hexe beruhigt zu sein und lud mich ein, an ihrem abendlichen Hexenmahl teilzunehmen. Hunger hatte ich schon länger und was sollte mir jetzt schon noch passieren, wo ich doch sowieso von der Hexe offenbar verzaubert war. Ich willigte ein.

Erwachen

Während des Hexenmahls hatte ich die Gelegenheit, einige Fragen an Gisberta zu stellen, bevor ein tiefer und friedlicher Schlaf über meine Seele fiel. Als ich aus diesem Schlaf erwachte, war es taghell, die Vögel zwitscherten in den buntbelaubten Bäumen ihre Herbstlieder und nur wenige Schritte neben mit verlief der Wanderweg, den ich wohl gestern noch entlanggewandert war. Neben mit stand ein Säckchen, in dem sich nach eingehender Prüfung eine Gewürzmischung fand, die mich im Geruch und Geschmack an die Düfte der vergangenen Dunkelheit erinnerte. Dazu ein offenbar schon sehr altes Blatt Papier auf dem in krakeligen Lettern stand:

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Nimm dies mit in die Welt der Menschen und berichte dort, was du hier erlebt hast! Gisberta.

Übersetzen lässt sich das so: Nimm dies mit in die Welt der Menschen und berichte, was du hier erlebt hast! Gisberta.

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Erinnerung

Je intensiver ich die Kräuter und Gewürze roch, desto deutlicher kam mir das Gespräch in Erinnerung, dass ich in dieser tiefen Dunkelheit mit Gisberta geführt hatte. Als ich jedoch nach Hause kam, schien kaum ein Tag vergangen. Die Menschen, denen ich begegnete gingen ihrer Arbeit in den Gärten nach, grüssten freundlich und sahen mir verwundert nach. Und sie schienen einen besonderen Geruch wahrzunehmen. Zuhause begrüsste mich meine Frau.

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„Schon wieder zurück? Du warst nicht einmal drei Stunden unterwegs!“ Jetzt wusste ich, das etwas Besonderes, etwas Magisches geschehen war. Ich meinte, ich wäre wenigstens dreizehn Stunden fort gewesen. Dass das alles aber kein Zauber war wurde mir klar, als ich das Säckchen mit dem Zettel vor mir auf dem Schreibtisch liegen sah und mich an die Gespräche mit Gisberta erinnerte. Da ich weder etwas Papier und Stift noch ein Aufnahmegerät bei mir hatte, kann ich die Worte hier nur aus dem Gedächtnis wiedergeben.

Interview mit einer Alpenhexe

13 magische Fragen an die Alpenhexe Gisberta

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1. Du nennst dich Gisberta. Wer und was ist Gisberta?

Ich bin die Alpenhexe Gisberta. Mit vollem Namen heisse ich Gisberta Blair. Ich bin eine Verwandte der Magdalena Blair, die in Stirling/Schottland um 1658 gelebt hat. Über meine Grossmutter, die Blair Hexe, wurden viele Geschichten erzählt und sogar Filme gemacht.

Übrigens sind Hexen eigentlich keine bösen alten Weiber, wie du selbst erleben durftest. Sie zeigen sich böse gegenüber jenen, die ihnen Böses wollen. Guten Menschen gegenüber sind Hexen gütig, hilfsbereit, wissend und können mit ihren speziellen Kenntnissen aus der Natur sogar Krankheiten lindern und deren Verlauf positiv beeinflussen. Wird ihnen jedoch Böses getan, zeigen sie sich als garstige Wesen mit schrecklicher Zauberkraft. Damit schützen sie sich vor den böswilligen Verfolgungen wie bei den Hexenjagden im Mittelalter.

2. Wo ist dein Lieblingsplatz Gisberta?

Am liebsten bin ich hier im Binntal. Die zauberhafte Natur mit dem Reichtum an Kräutern, gesunden Pflanzen und einer lebhaften Tierwelt ist für mich der beste Platz zum Leben. Dabei wandere ich auch gern durch das Binntal. Das ist auch aus der Hexengeschichte heraus bekannt.

Mein Lieblingswanderweg ist der Geisspfad, der vielen als alter Schmugglerweg bekannt ist. Hier geniesse ich die vielen Aussichten auf den Geisspfadsee, der hier im Wallis zu den schönsten Punken in der Gegend gehört. Das Wasser ist magisch!

Und natürlich liebe ich hier auch die tiefen Wälder, in denen ich immer wieder besondere Pflanzen entdecke, die ich meinen besonderen Kräuter- und Gewürzmischungen zugeben kann. Und rund um den Geisspfadsee geschehen in Vollmondnächten immer auch ganz besondere Dinge, die man nur entdecken kann, wenn man zu solchen Gelegenheiten auch dort ist. Vom Hexentanz über den Hexenkochkurs bis zu aussergewöhnlichen Begegnungen mit mir und meinen Schwestern ist zu Vollmond hier immer etwas los. Auch im Jahr 2021. Deshalb verrate ich dir hier die genauen Daten,  an denen sich die Hexen und Zauberer in 2021 am Geisspfadsee treffen werden:

  • Donnerstag, 28. Januar 2021, 20:16:18 Uhr
  • Samstag, 27. Februar 2021, 09:17:24 Uhr
  • Sonntag, 28. März 2021, 20:48:12 Uhr
  • Dienstag, 27. April 2021, 05:31:36 Uhr
  • Mittwoch, 26. Mai 2021, 13:13:54 Uhr
  • Donnerstag, 24. Juni 2021, 20:39:42 Uhr
  • Samstag, 24. Juli 2021, 04:36:54 Uhr
  • Sonntag, 22. August 2021, 14:02:00 Uhr
  • Dienstag, 21. September 2021, 01:54:42 Uhr
  • Mittwoch, 20. Oktober 2021, 16:56:42 Uhr
  • Freitag, 19. November 2021, 09:57:30 Uhr
  • Sonntag, 19. Dezember 2021, 05:35:36 Uhr

 

Eine Begegnung mit den Hexen wird aber nur gelingen, wenn man sich exakt an die Zeiten und Orte hält. Und alle diese Orte werden wir nicht verraten. Da muss man zur richtigen Zeit schon selbst an den Geisspfadsee kommen.

3. Gibt es spezielle Rituale der Alpenhexen hier in der Region?

Sogar jede Menge davon. Beispielsweise die 13 Treffen der Alpenhexen am Geisspfadsee. Zwölf mal davon bei Vollmond. Die Daten habe ich dir schon verraten. Dazu kommt ein jährliches Treffen der europäischen Hexen und Zauberer zum Jahrestreffen der Alpenhexen. Aber dafür ist der genau Termin und Ort geheim. Aber ich kann dir verraten, dass an diesem Tag der Geisspfadsee grün eingefärbt sein wird.

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Zu unseren Ritualen treffen wir uns in unseren Coven. Ein Coven ist ein Zusammenschluss von jeweils 13 Hexen. Alleinsein ist nämlich nicht wirklich unsere Sache.

4. Liest Gisberta Bücher? Und wenn ja, welche sind die Favoriten?

Natürlich lese ich. Am liebsten in meinen alten Zauberbüchern und natürlich alles über Kräuter und die Heilkräfte der Natur. Dazu kommen spezielle Bücher, darunter auch ein paar Hörbücher. Das Hörbuch die Unternehmensformel von Beat Ambord ist ein Geheimtipp! Hexen haben ja oftmals auch eher schlechte Augen und verlassen sich lieber auch Geruch, Geschmack und Gehör.

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Meine Lieblingsschriftstellerin ist Helen Harper. Die „Hex Files – und Hexen gibt es doch“ ist gerade erst im Juni 2020 auf den Büchermarkt gekommen, aber ich weiss schon lange, was darin zu lesen ist. Mein Tipp als Hörbuch: 

https://www.audible.de/author/Helen-Harper/B00AUB1L48?ref=a_pd_Wilde-_c1_author_1&pf_rd_p=85fa96d6-2018-4419-87b8-a13ab53f973c&pf_rd_r=4K5D5NHMXYR01WPBK0YD

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5. Was ist dein Lieblingskraut?

Eigentlich liebe ich alle Kräuter. Vor allem diese, die helfen können oder besonders gut schmecken. Mein absolutes Lieblingskraut ist Eisenkraut Das Echte Eisenkraut ist ein altbekannte Heilpflanze (wächst im Wallis) und wird von mir bevorzugt.

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Früher wurde das Eisenkraut vor allem für kultische Dinge verwendet. Für eine geheime Verbindung mische ich bei Vollmond auch gern einmal das Wasser aus dem Geisspfadsee mit Eisenkraut. Was dann passiert, bleibt aber geheim. Wenn du mehr über Eisenkraut wissen willst, dann schau mal hier https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Eisenkraut  

6. Kannst du mir die Geheimnisse rund um die Alpenhexe Gewürzmischung verraten?

Oh, nein. Das kann ich nicht tun. Auch wenn bereits einige wichtige Zutaten und Kräuter der Alpenhexe Gewürzmischung bekannt sind, soll die Rezeptur doch geheim bleiben. Ich weiss, dass es schon viele Leute gibt die versuchen, hinter das Geheimnis der Alpenhexe Gewürzmischung zu kommen. Aber das kann nicht gelingen, weil eine der wichtigsten Zutaten immer auch ein Schuss Magie ist, den nur wir Alpenhexen der Gewürzmischung beifügen können. Ohne diese Magie bleibt jeder Versuch der Nachahmung ein billiges Plagiat.

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Würde ich die Rezeptur verraten, dann würde ich ausserdem einen Verbannungszauber auslösen, der schon um 1433 auf dem Heiligen Kreuz im Binntal über die Gewürzmischung gelegt wurde. Und dann würde es die zauberhafte Alpenhexe Gewürzmischung für alle Zeiten dieser Welt nicht mehr geben.

7. Was ist deine Lieblingsspeise?

Es sind nicht Kröten, nicht Würmer und nicht Schlangen. Und kleine Kinder verspeise ich schon gar nicht. Auch wenn ihr Menschen das von den meisten Hexen glaubt. Meine Leibspeise ist Knoblauch-Güggel mit ganz viel Alpenhexe Gewürzmischung. Das Originalrezept dafür habe ich von meiner französischen Hexenfreundin Claer aus Dauphiné.

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Hier kannst du das Rezept für den Knoblauch-Güggel nachlesen: https://alpenhexe.ch/rezepte/alpenhexe-knoblauch-gueggel-das-rezept-von-der-hexe-claer-aus-dauphine-frankreich/  

8. Woher kommt eigentlich der Begriff Hexe? Warum nennt ihr euch so?

Dafür geistern viele Erklärungen durch die Welt. Sogar Wissenschaftler suchen nach dem Ursprung dieser Bezeichnung. Je nach dem, wie und als was man Hexen verstehen will, gibt es zwei Varianten für eine Begriffserklärung.

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Da wäre die „Hagazussa“ aus dem Althochdeutschen, was so viel bedeutet wie die Frau die auf der Hecke oder auf dem Zaun reitet. Beschrieben werden damit Gestalten, die sich zwischen den Welten bewegen.

Und es gibt das Wort „Haegse“, dass in der freien Übersetzung weise, kluge Frau bedeutet. Bei unserem Kennenlernen hast du ja bereits bemerkt, dass wir Hexen wohl beides sind. Je nach dem, wie man uns sehen möchte und was aus den alten Geschichten man glauben mag.

9. Gibt es eigentlich auch männliche Hexen, also so etwas wie Hexer?

Es steht jedem Menschen frei, sich auf den alten Weg der Klugheit und Weisheit in der engen Verbindung zur Natur zu begeben. Da spielt es keine Rolle, ob man weiblich, männlich, oder sonst irgendetwas ist. Jeder, der die tiefe Verbindung zur Natur und zur weissen Magie spürt und lebt, kann sich Hexe oder eben Hexer nennen. Generell stehen wir für Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, zwischen Hautfarben und Völkern.

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Wenngleich es auch die Dianische Wicca gibt, die im Wicca Coven dem Glauben folgen, dass Hexen nur Frauen sein könnten. Aber das ist dann doch eine eher kleine Minderheit, die sich der dianischen Tradition verpflichtet fühlt.

Also auch du könntest ein Hexer sein, auch wenn du dich dann vielleicht Magier, Druide, Zauberer, Schamane oder Hohepriester nennst. Wichtig ist die Verbindung zu den magischen Kräften der Natur.

10. Welchen Glauben hast du, Gisberta?

Mein grösster Glauben ist der an die Kräfte der Natur und an die heilende Kraft der guten Magie. Und ich bin überzeugt davon, dass jeder Glaube richtig und wichtig ist, solange er den Menschen keinen Schaden und kein Leid zufügt. In jedwedem Glauben sollte es immer um Hoffnung, Zuversicht, Vertrauen und Menschlichkeit gehen.

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Da ist es auch egal, welchen Gott oder welche Göttin man verehrt. Ich glaube, die Natur mit allem, was sie hervorbringt ist die grösste und wichtigste göttliche Gabe, die den Menschen und auch uns Hexen verfügbar gemacht wurde. Man muss diese Gabe eben nur richtig und nützlich zu verwenden wissen. Als Hexen achten und verehren wir die Natur und wissen, dass wir und die Menschen vom Wohlwollen der Naturkräfte und der Naturgewalten abhängig sind.

11. Hat die Zunft der Hexen und Hexer eigentlich so etwas wie Gesetze?

Ja, auch die gibt es. Es sind die Spielregeln, nach denen wir Hexen und Hexer unser Dasein verstehen und ausrichten. Bei unseren wichtigsten Gesetzen geht es aber nicht um Verbote. Vielmehr geht es um Gebote und darum, wie wir mit unserem Wissen und Handeln den grössten Nutzen erreichen können, ohne uns dabei selbst oder den Menschen zu schaden.

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Ein Grundgesetz der Hexen heisst: Alles was du tust, kommt auf irgendeine Weise auf dich zurück. Im guten wie im bösen Sinn.

Oder: Betrachte und bedenke immer alle Seiten deines Handelns.

Und das oberste Gesetz lautet: Wenn es keinem schadet, dann mach, was du machen willst.

Wir als Hexen sind also vom Grundsatz her nicht darauf spezialisiert, Böses oder Grausames zu tun. Wir wägen immer ab, was in der konkreten Situation das Beste ist, was den meisten Nutzen und den wenigsten Schaden bringt. Und wir sind freie Wesen und auch von keinem Teufel besessen oder bestimmt.

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12. Gibt es eigentlich auch Museen, die sich speziell mit euch Hexen befassen?

Oh, ja. Davon gibt es sogar eine ganze Menge. Eines möchte ich dir an dieser Stelle gern empfehlen. Geh doch einmal ins Hexenmuseum Schweiz im Schloss Liebegg in Gränichen/Aargau. Hier kannst du ganz viel über unsere Geschichte, die Mythen und Gebräuche aber auch über die Hexenverfolgungen im Mittelalter erfahren. Hier kannst du vorab schon einmal mehr erfahren: http://www.hexenmuseum.ch/.

Auch in England, in Österreich, in den USA, in Spanien und in vielen anderen Ländern gibt es ausgezeichnete Hexenmuseen, die mehr oder weniger hervorragend über uns, unsere Geschichte und unser Tun Zeugnis ablegen.

13. Welchen Hexenorden können wir dich, Gisberta, eigentlich zuordnen?

Nun ja, mein Hexenorden gehört nicht unbedingt zu den grössten und bekanntesten. Aber HEX13LUX ist mit Sicherheit einer der jüngsten aber auch modernsten Hexenorden. Wir haben sogar eine eigene Webseite hex13lux.com. Allerdings brauchst du hier ein Geheimwort, sonst kommst du da nicht rein. Aber ich denke, mit etwas Phantasie, Magie und dem Glauben an Hexerei schaffst auch du das.

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Wir sind der führende Hexenorden im Alpenraum und befassen uns am liebsten mit unserer zauberhaften Natur, der vielseitigen Pflanzenwelt und der Magie der Alpen. Und eine unserer besten Schöpfungen ist die Alpenhexe Gewürzmischung, die unseren Orden HEX13LUX weit in der Welt bekannt macht.

Ende

Liebe Hexe Gisberta. Vielen Dank für dieses Interview. Auch wenn ich momentan nicht weiss, wie ich selbst wie in meine gewohnte Welt der Menschen zurückkehren kann, wird es sicherlich einen guten Weg geben.

Gisberta: „Vertraue mir, ich kenne den Weg in alle Welten. Lass mich dich führen und begleiten und du wirst sehen, was gut für dich ist. Eine kleine Gabe und dieses Interview sollen dich auf deinem Weg in deine Welt fortan begleiten.“

Mit sanfter Stimme sprach Gisberta diesen Zauber über mich bevor ich einschlief und unvermittelt in der mir bekannten Welt, gleich neben dem Binntalweg erwachte. Ausser dem duftendem Säckchen mit der Alpenhexe Gewürzmischung, dem Zettel dazu und einer lebhaften Erinnerung an das Interview war von Gisberta keine Spur mehr zu sehen oder zu hören.

Und das Rezept für das Alpenhexe Fondue Chinoise habe ich mit ins Saastal genommen. Dort wollten es die Köche aus der Saaser Stube im Saaserhof Saas Fee unbedingt nachkochen und haben dazu sogar echtes reines Gletscherwasser eingesetzt. Wenn du einmal nach Saas Fee kommst, solltest du das Alpenhexe Fondue Chinoise in der Saaser Stube unbedingt probieren. Dann schmeckst auch du, was Hexenkunst alles kann. Nicht nur im Binntal, nicht nur am Geisspfadsee, sondern überall, wo die Alpenhexe Gewürzmischung ihren zauberhaft guten Geschmack entfalten kann.

Alles weiter findest Du auf der Webseite Alpenhexe.ch. Wichtig jetzt gibt es diverse Restaurnats, Hotels, Shops und Bars mit der Alpenhexe. Alles findest du auf unserer Webseite: www.alpenhexe.ch

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